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Tag4
Strahlender Sonnenschein
läßt uns mit nicht für möglich gehaltener Leichtigkeit
aus dem Focus hüpfen. Kaum stehe ich im Schlüpper am Kofferraum, um
mir ´ne kurze Hose zu angeln, geht natürlich hinter mir eine Gartentür
auf und eine Mutti starrt mich an. Das nenne ich mal ein perfektes Timing.
Die Reaktion der Anwohnerin ist diskret. Ein kurzer, musternder Blick, das war
es dann auch. Kein Tra-Ra, keine dummen Fragen. So lieben wir es.
Wir sind ihr also vollkommen egal. Liberale, entspannte Anwohner sind sehr wichtig
bei derartigen Autopennaktionen in besiedelten Gegenden.
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Newry gefällt uns sehr. Nette Menschen, angenehme Atmosphäre, britisches Flair. Auffällig ist die erlesene Höflichkeit der Leute, an dem positiven Vorurteil gegenüber den Bewohnern der britischen Inseln ist also definitiv etwas dran. Sowieso können wir von der Bevölkerung Irlands nur gutes berichten. Sehr sympathische Kultur, die hier gepflegt wird. Von den Schattenseiten der Geschichte sehen wir in Newry nur sehr vereinzelt etwas. Wenn, dann lediglich in Form besprühter Häuserfassaden. Info über die Partei "Sinn Féin". |
Gegen Mittag fahren wir Richtung Dublin. Kurz vor der Grenze ein kleiner Wegweiser: Clontygora Court Grave. Klingt interessant, aber ich will weiter, so früh wie möglich in Dublin sein. Buzz bäumt sich glücklicherweise auf und rebelliert. Mit Erfolg.
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Woher stammt der Name Flagstaff Viewing Point? Früher, so die aufgestellte Informationstafel, hingen hier ein paar Leute herum, die die Meeresbucht Carlingford Lough beobachteten. Sobald sich ein Schiff näherte, schwangen sie ihre Flaggen und informierten so die Leute im Tal, das da etwas herumschwimmt. Warum? Wird nicht erwähnt. Könnte mir durchaus vorstellen, dass der Flagstaff Viewing Point eine Institution krummer Hunde war, um es moderat zu formulieren. Du weißt mehr? Schick mir ´ne mail! |
Um in das Zentrum Dublins hervordringen zu können, müssen wir uns zunächst durch einen ätzenden Stau kämpfen. Nervig! Unterdessen spähe ich schon in alle Richtungen, einen Übernachtungsplatz suchend. Kein Erfolg. Wir kurven durch diverse Wohngebiete in Innenstadtnähe, finden aber nichts. Erfolgversprechender sieht da ein sehr gut gelegener Büroparkplatz an einem Stadtpark aus. Leider wissen wir nicht mehr, wie der besagte Park heißt. Egal, der vermeintlich astreine Platz entpuppt sich nach einem Informationsgespräch mit einem Taxifahrer eh als gefährliche Mogelpackung, als Wolf im Schafspelz.
Buzz und ich haben den Wagen von innen so hergerichtet, dass er für streunende Junkies und Gesocks möglichst uninteressant aussieht, uns frisch gemacht und die Tasche für die ausgiebige Stadtvisite gepackt, als ich am Parkscheinautomat verzweifle. Es ist 15:45 Uhr, bis 18 Uhr ist der Platz gebührenpflichtig. 3 Euro pro Stunde. Ich stecke 6 Euro in den Kasten und sehe auf dem Display, das ich somit bis 17:58 bezahlt habe. "Hmm. Wenn der Kontroletti nun ein Arsch ist, könnten genau die zwei Minuten entscheidend sein. Also warte ich noch zwei Minuten, schmeiß die Euronen dann rein und bin auf der sicheren Seite. Also den Vorgang erstmal abbrechen!", denke ich.
Gesagt, getan.
Nur leider kommt
meine Kohle nicht wieder zu Vorschein. Verdammt. Irgendwelche Penner haben mit
einem Kuhfuß den Automaten kaputt gemacht. Und das trotz allgegenwärtiger
Videokameras. Dreist. Kein gutes Zeichen. Der Taxifahrer sieht und hört,
wie ich am Parkscheinautomaten rüttle und diesem eine umfangreiche Sammlung
miesester deutscher Flüche und Beleidigungen ans Display werfe. "Tja,
ist halt ´ne miese Gegend. Dublin wird immer abgefuckter. Dein Geld kannst
du Dir abschminken, da waren Automatenknacker am Werk.", sagt der Taxifahrer
zu mir. "Na toll. Wie sieht es denn insgesamt aus hier? Kriminalitätstechnisch,
meine ich. Kann man seinen PKW hier über Nacht abstellen?", frage
ich bei der Gelegenheit. Der Fahrer erklärt mich daraufhin für vollkommen
weltfremd und durchgeknallt, für wahnsinnig gar. Alleine die Frage
von wo ich denn bitte käme, will er wissen. Es sei viel zu gefährlich.
Überall in der Stadt werden laufend Autos aufgebrochen und leer geräumt.
Von Überfall und Raub ganz zu schweigen. Na und da wird mir klar, dass
sich das mit der Übernachtung im Auto wohl erledigt hat.
Der Übernachtungspreis kommt unserem Budget entgegen. Spezialtarif: 9,- Euro bis Sonntagmittag. Bingo.
Das Wetter jedoch kommt uns partout nicht entgegen. Kaum haben wir das Parkhaus verlassen, kaum stürzen wir uns in den urbanen Großstadtdschungel, fängt es wieder an zu, na was schon? Richtig! Zu pissen! Im überdachten Einkaufszentrum entgehen wir dem Guss und stellen fest, dass Dublin nicht unbedingt die Shoppingmetropole Nummer eins darstellt. Junge, die Preise haben es in sich, da schlackern einem die Ohren. Der Gang durch die Fußgängerzone ist wie überall in Europa. Eine Einkaufsstraße ist wie die andere. Globalisierung, yeah!
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Mehr oder
minder zufällig entdecken wir die Statue zu Ehren von Molly Malone.
Die gute Frau ist übrigens, dies sei am Rande bemerkt, die Namensgeberin
der |
| Trotz der Regenschirme müssen wir uns, da bereits vollkommen durchnäßt, für einen Augenblick dem Schietwetter entziehen und betreten einen halbwegs authentisch aussehenden Pub. |
Na, da wollen wir uns mal jeder ein Guiness vom Fass bestellen. Jenes Getränk, worauf die eingeschworene Gemeinde der Irlandfans, nachfolgend "Guiness-Esel" genannt, so abfährt. Preislich bewegen wir uns in dieser Kneipe in einem moderaten Rahmen, für zwei Pints zahlen wir 8,40 Euro. Aber was an dem Gesöff nun so geil sein soll, will Buzz und mir nicht einleuchten. Klar, das man Gefallen an der Pubkultur finden kann, ist verständlich. Die Atmosphäre in einem irischen Pub ist schon nicht schlecht, aber wer mal in Tschechien einen Pivnicebummel machen durfte, wird nicht gerade Begeisterungsstürme von sich geben. In Tschechien schmeckt das Bier besser. Für den Preis eines Pints bekommt man in Tschechien, in den richtigen Gegenden zumindest, sieben-acht Halbe. Tschechien ist näher dran. Was fehlt, ist wohl der Craic, den wir hier allerdings nicht ausfindig machen können. Nach einer halben Stunde machen wir uns wieder auf die Socken. Zum Auto, stylen und so.
Dann wieder per Pedes zum Temple Bar District und rein in den bekanntesten Nightclub der Stadt, den M-Club. Was soll ich sagen, der M-Club ist in erster Linie arschteuer, 15,- Euro pro Nase Eintritt. In zweiter Linie stimmungstechnisch einfach nur dick!
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Hier
geht´s zu einer genaueren Bewertung des M-Clubs zu Dublin.
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Viel zu früh, um Punkt drei Uhr, ist schon wieder Schicht. Sperrstunde. Kennen wir schon von Newry, okay. Aber das die Sperrstunde auch in der Hauptstadt Dublin bereits um drei Uhr in der Früh sämtliches Nachtleben erstickt, hätten wir nicht unbedingt erwartet, schon gar nicht in einer solchen Konsequenz. Nun gut, daran läßt sich ja nichts ändern, also fügen wir uns dem Schicksal, wie alle anderen Nachteulen auch.
Wenigstens kommen wir auf die Weise recht zeitig im Dreamland an. Das Personal des Parkhauses nimmt keinerlei Notiz von uns, fein! Einer entspannten Nacht steht somit nichts im Wege... .