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Tag3
Über Nacht ist es mir gelungen, die drohende Erkrankung abzuschütteln, ich bin recht fit, was mich selbst wundert. Buzz dagegen ist sichtlich durch. Erstmal stärken lautet die Devise.
Unten angekommen blicken wir einmal über den Teich direkt auf die schottische Küste, genauer gesagt auf die vorgelagerte Insel Kintyre. Zwischen Nordirland und Schottland liegen nur zwanzig Kilometer. Wie gern würden wir den Länderpunkt machen! Keine Chance, keine Zeit, keine Fährverbindung in der Nähe. Okay, vom von Cushendall wiederum zwanzig Kilometer entfernten Larne böte sich die Gelegenheit, nach Stranraer überzusetzen, aber das würde unseren zeitlichen als auch finanziellen Rahmen sprengen.
Natürlich
war es eine ausgemachte Eselei, nicht den Umweg via Larne, eine Fährüberfahrt
(zu welchem Preis auch immer) und damit einen weiteren Länderpunkt zu machen.
Tschulle!
Wir sollten es positiv betrachten. Auf diese Weise wird der Länderpunkt
Schottalnd wohl erst durch ein verlängertes Wochenende in Glasgow verbucht
werden können.
Und da werden wir wesentlich mehr von haben, als von einem kurzen Aufenthalt auf einer schottischen Insel am Arsch der Welt. Zumindest hoffen wir das.
Langweiliges Bad, aber immerhin dürfen wir mit den Shorts rein und erzeugen nicht ein solches Aufsehen wie 2001 in Liège. In Liège enterten wir nichts ahnend die Schwimmhalle. In Shorts und mit einem kleinen Gummiball in der Hand. Kennt ihr das Kinderspiel Stipp-Stopp? Als wir hereinkamen, war plötzlich Stopp angesagt. Alle anderen Badegäste erstarrten und gafften uns sprachlos mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen an. Der Bademeister beendete die Stille und stieß einen gellenden Pfiff aus seiner Pfeife und motze uns lautstark an. Wir hatten gegen so ziemlich alle Hausregeln auf einmal verstoßen.
1. Badekappenpflicht!
2. Ballspielverbot!
3. Zutritt nur in korrekter Badekleidung!
4. Kein Lärm!
Nach dem Bad bin ich endgültig über den Berg, was die am Vortag aufgekeimte Krankheit betrifft. Buzz jedoch leidet. Fortan bin ich der Fahrer! In Belfast suchen wir nach einem geeigneten Pennplatz und finden keinen.
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Zufällig kommen wir an dem mehr oder weniger berühmten Pub namens "The Crown" vorbei. Sieht nett, aber kostspielig aus. Typisch Zentrum. Vorglühen wollen wir ja ohnehin in den Suburbs der nordirischen Kapitale und nicht im Zentrum. |
Daraus wird leider nichts. Abseits des Zentrums sehen die Viertel nicht sehr einladend aus. Und die überwachten Parkplätze schließen alle über Nacht, sind für uns als Discogänger also leider ungeeignet. Fazit: wir können aus finanziellen Gründen leider nicht in der nordirischen Hauptstadt bleiben sondern müssen uns eine andere Stadt als Revier für die gerade in Britannien berühmt-berüchtigte "Fridaynight" suchen.
In einer gesperrten
Sackgasse, mit ´nem brachliegenden Industrieterrain und einem Drahtzaun
im Nacken und dem Einkaufszentrum namens "The Quay´s" am gegenüberliegenden
Ufer.
Keine Kameras, keine Passanten, kein unmittelbarer Verkehr, Sitzgelegenheit in Form zweier Betonbegrenzungen, weiter Blick auf den Fluß und Abstellmöglichkeit für das handimportierte Partyfass -was wollen wir mehr. Während das Fass sich leert und die Sonne untergeht, klettert unsere Stimmung auf den Höhepunkt. Auf dem Weg zum Auto, wo wir all die überflüssigen Sachen bunkern wollen, kommen wir mit zwei Discogängern ins Gespräch, die uns zur Wahl der Location des Abends gratulieren. Wir verabreden uns mit den beiden für später.
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Zurück im Nightclub The Bank sind wir schwerbegeistert. Toller Laden eigentlich. Eigentlich, weil er viel zu früh dicht macht. So ein Mist. Zu spät! Kacke! Hätten wir das bloß vorher gewusst. In Irland ist das normal, in Nordirland auch. Sperrstunde! Was für ein fieses Wort. Deshalb finden wir auch keine andere Zappelhalle mehr, überall setzt die Sperrstunde ein. Wir unterhalten uns noch mit mehreren Leuten, alle sagen das gleiche. Nichts geht mehr. So findet die Nacht ein aus unserer Sicht viel zu frühes Ende. |
Zurück am Auto drehen wir die Sitze nach hinten, regen uns noch ein Weilchen über die dämliche Sperrstunde auf und reisen ins Dreamland.