Tag 7, 18.07.2004

 

Die Nacht ist überstanden, der Tag jung. Dennoch macht uns bereits vormittags die Hitze zu schaffen. Nach dem Zusammenpacken der Sachen und dem Beladen der Räder sind wir schon wieder schweissgebadet. Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Donau und entdecken eine Quelle am Strassenrand, aus der eiskaltes Wasser sprudelt. Sofort leeren wir eine Trinkflasche, füllen sie auf und giessen uns abwechselnd mehrere Füllungen des erfrischenden Quellwassers über die erhitzen Körper. Das ganze machen wir solange, bis wir frieren. Wenige Minuten später ist uns wieder elendig heiss.

Buzz an der Donau
Hitzeschaden
Erfrischung am Straßengraben
Golubac

In Golubac finden wir einen Lebensmittelladen und verpflegen uns. Die Angestellten sind zuvorkommend und kümmern sich rührend um mich, den Trottel der nichts versteht. Ohne meine wenigen Polnisch/ Tschechisch- Brocken wäre ich total aufgeschmissen, denn hier spricht keiner etwas anderes als serbisch. Als Ausweg empfiehlt es sich, nach einem der häufig vorbeifahrenden PKW mit deutschem Kennzeichen Ausschau zu halten. Die Insassen, meist in Deutschland wohnhafte Serben auf Heimaturlaub, können sehr nützlich sein. Vor allem wenn es sich um komplizierte Anliegen handelt. Die Bevölkerung ist höflich und freundlich, in allen Belangen.

Kaum aus der Stadt herausgefahren, entdecken wir die Donaufestung von Golubac. Eine echte Sehenswürdigkeit, wir rechnen mit anderen Touristen und stellen uns auf eine Eintrittsgeldzahlung ein. Aber es gibt hier keine Touristen. Keine Kassenhäuschen, keine Souvenirbuden. Wir sind alleine da. Es fahren auch kaum Fahrzeuge hier lang. Alle fünf Minuten mal ein Kleinlaster, mehr Verkehr gibt es nicht. Buzz fängt sich den ersten Platten der Tour ein. Nervig und bei den Temperaturen anstrengend. Die Reperatur findet im Schatten eines Monsters statt. Anders lässt sich das industrielle Ungetüm nicht beschreiben. An einer Tankstelle wollen wir uns ein kaltes Pils organsieren, sie ist leider dicht. Schon seit längerer Zeit, wie es aussieht. Hier geht gar nichts (mehr?). Es drängt sich erneut der Gedanke an die Wüstenrose auf. Hier hätte sie jedenfalls ausreichend Zeit und Raum, um gemächlich über den staubigen Asphalt zu schweben.

Platten, na geil... .
Industriemonster
Donaufestung Golubac
Golubac

Der Platten ist endlich behoben und wir klettern auf den Burgmauern herum. Es ist schön kühl im Schatten der dicken Mauern und in den zahlreichen Tunneln, die wir im Anschluss durchqueren. Wir haben beide kein Licht, so sind längere Tunnel echte Zitterpartien. Wir haben Glück, in keiner Tunnelpassage treffen wir auf weitere Verkehrsteilnehmer. Unterwegs finden wir ein kleines Geschäft, wo wir verweilen und ein kaltes Pils erstehen. Schöööönes Ding. Das serbische Bier ist übrigens sehr angenehm.

Unser Schlaflager errichten wir über einem der Tunnel, was zwei Vorteile mit sich bringt: 1. keiner kann uns sehen, ausser den Rumänen am anderen Ufer der Donau und 2. werden wir nicht vom Krach der (wenigen) Kraftfahrzeuge in unser Nachtruhe gestört. Der Platz selbst bietet ausserdem einen herrlichen Blick auf die Donau und das gegenüberliegende Rumänien. Ein Superplatz! Vielleicht der beste, den wir jemals gefunden haben.

Wir geniessen die Aussicht und das Zirpen der Grillen, essen Nudeln mit Tomatensauce und trinken Tee aus den gestern gepflückten Blättern. Friedlich, glücklich und zufrieden reisen wir in das Dreamland.

Panoramastraße an der Donau
Donau
Donau von Serbien aus, gegenüber "RO"
Perfekter Schlafplatz

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