Tag 4, 15.07.2005

 

Was für eine schöne Nacht. Das beruhigende Plätschern des Baches hat für einen erholsamen Schlaf gesorgt und so kann es munter weitergehen, Richtung Steierdorf. Mitten durch die Berge, über 30km auf Forstwegen( auf der Landkarte als normale kleine Strasse eingezeichnet). Na ja, der Forstweg wird schnell zu einem schmalen kleinen Pfad und wir zweifeln an der Richtigkeit der Strecke. Zum Glück treffen wir auf Waldarbeiter, von denen einer sogar englisch spricht. Wir kehren um, biegen an einer kleinen Gabelung ab, fahren anschliessend immer der Nase nach. Abzweigungen gibt es einige, da entscheiden wir uns intuitiv, da wir längst die Orientierung verloren haben. Buzz packt sich ab, volle Kanne rein in den Schlamm mit allem drum und dran. Wenigstens verletzt er sich dabei nicht. Die Lehmspuren werden zum ständigen Begleiter und im Verlauf der Reise nicht von seinem Gepäck weichen. 30Km auf steilen Waldwegen ohne Wegweiser können ganz schön lang sein. Heilfroh stossen wir nach zwei Stunden Irrfahrt auf Besiedelung, an einem hübschen See, der leider keine Bademöglichkeit bietet.

Der Schotterweg wird wieder zu einem Fahrweg und es geht zügig voran. An einem Friedhof vorbei erreichen wir schliesslich Steierdorf, dort stürmen wir die erste Kneipe. Ich gehe rein, wie ein Cowboy in den Saloon und die Gäste starren mich an.

- "Habere Bere?"
-"Da!"
-"Due! Timisoreana!"

Jippieh, die Bedienung glotzt mich zwar an wie ein Ochse aber sie reicht mir tatsächlich zwei Flaschen Timi. Geschafft! Auf einem mordsmässig hohen Kantstein zischen wir das Pils und geniessen die Atmosphäre. Wir werden von jedem Passanten, von jedem Pferdegespann freundlich gegrüsst und der ein oder andere hält sogar einen kleinen Plausch mit uns. Weiter geht es über steile, ungeteerte Pfade, Hirten beschreiben uns den Weg. Hier in den Bergen sprechen viele Einheimische etwas deutsch, man kommt sehr leicht zurecht. Die Rumänen sind unwahrscheinlich hilfsbereit und nett!

Die letzten 4 Km rollen wir auf einer guten Landstrasse permanent bergab, wie bei einer Rallye speeden wir durch die engen Häuserschluchten bis wir schliesslich in der Ebene, in Oravita City angekommen sind. Heute ist Freitag, wir suchen uns eine Bleibe, duschen, gucken die Camper auf RTL und gehen noch mal auf Piste. Leider hat die einzige Disse der Stadt geschlossen und so irren wir noch etwas durch die leblosen Strassen. Drei Jugendliche finden Gefallen an meiner Uhr und wir flüchten erst in einen Busch, so dass die Verfolger an uns vorbeilaufen, dann in den Bahnhof zum Chef de Statie. Von der Polizei werden dir dann vom Bahnhof zu unserem Hotel eskortiert. Ein glückliches Ende einer spannenden Verfolgungsjagd.

Alles geht gut, ich trage lediglich die Kratzspuren des Dornenbusches, in den wir gesprungen waren, davon. Im Hotel sehen wir bis zum Einpennen Schwachsinn auf RTL. Ein cooler Tag! Tolle Landschaften, tolle Menschen, tolles Wetter. Wie schön.

Bachquerung
Höhepunkt erreicht!
Leider kein Badesee...
Friedhof bei Steierdorf
Pause mit Bere Timisoreana
Tomatenpause

Der Raubversuch der rumänischen Bengels ist ein absolut einmaliges Erlebnis geblieben und soll niemanden davon abhalten, Rumänien zu bereisen. Der Vorfall wird nur des Anspruchs auf Vollständigkeit wegen erwähnt!

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